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GonadotropineIm natürlichen Zyklus spielen Gonadotropine (FSH und LH) eine entscheidende Rolle. Sie werden von der Hypophyse produziert. FSH sorgt dafür, dass die Eibläschen (Follikel) heranreifen und das weibliche Hormon Östrogen produzieren. Die Eizelle, die sich innerhalb des Follikels entwickelt, beginnt in diesem Augenblick ebenfalls heranzureifen. In der Mitte des Zyklus, an Tag 14, schüttet die Hypophyse eine gewisse Menge an LH aus (dies wird als LH-Gipfel bezeichnet). LH stimuliert die letztendliche Reifung der Eizelle und leitet den Ovulationsvorgang ein – das Freisetzen einer reifen Eizelle durch den Follikel in den Eierstock. Diese Gonadotropine werden ebenfalls im Rahmen verschiedener Fruchtbarkeitsbehandlungen eingesetzt, unter anderem bei Ovulationsinduktion, milder Stimulation in Kombination mit intrauterinen Inseminationen sowie bei kontrollierter ovarieller Stimulation in Kombination mit IVF oder ICSI. Eine Behandlung mit Injektionen ist eine intensivere Form der Ovulationsinduktion als eine Behandlung mithilfe von Tabletten (Clomifen). In den folgenden Fällen wird häufig entschieden, von einer Clomifenbehandlung zu einer Behandlung mithilfe von Gonadotropininjektionen zu wechseln:
Die Risiken sind ebenfalls etwas höher; so ist unter anderem die Wahrscheinlichkeit von Mehrlingsschwangerschaften und einer Überstimulation der Eierstöcke erhöht. Im Gegensatz zu Clomifen, das bereits nach minimaler diagnostischer Abklärung verordnet wird, werden die Patientinnen sorgfältig untersucht, bevor bei ihnen eine Gonadotropinbehandlung durchgeführt wird. Bei den Patientinnen werden die Funktionsfähigkeit der Eierstöcke sowie Erkrankungen von Eileiter und Gebärmutter untersucht (gegebenenfalls auch mithilfe von Laparoskopie und/oder Hysteroskopie). Ferner erfolgt eine Samenanalyse und Hormonstörungen werden gegebenenfalls kontrolliert. WirkmechanismusWenn die Ovulationsstörung nicht mithilfe von Clomifentabletten behoben werden kann, oder wenn mehrere Eibläschen für eine Fruchtbarkeitsbehandlung heranreifen müssen, kann es erforderlich sein, das follikelstimulierende Hormon (FSH) selbst anzuwenden. FSH stimuliert das Heranreifen und Entwickeln der Follikel sowie die dazu gehörige Östrogenproduktion. Diese Medikamente haben eine stärkere Wirkung und die Behandlung ist komplizierter als eine Behandlung mit Tabletten. Gonadotropine stimulieren den Eisprung auf eine direkte Art und Weise, da sie dieselben Hormone enthalten wie die, die im natürlichen Vorgang für die Stimulation des Heranreifens von Eizellen verantwortlich sind. Gonadotropine müssen direkt über eine Injektion in den Blutkreislauf gegeben werden, da diese Hormone in Form einer oral verabreichten Tablette im Magen-Darm-Trakt sofort abgebaut werden könnten. Glücklicherweise sind mittlerweile Methoden entwickelt worden, mithilfe derer es für Frauen einfacher geworden ist, sich diese Injektionen selbst zu setzen. Diese Hormone werden aus dem Harn postmenopausaler Frauen gewonnen, da deren Harn einen hohen Gehalt an den Hormonen FSH und LH aufweist. Dies wird als Humanes Menopausen-Gonadotropin oder HMG bezeichnet. Menopausen-Gonadotropine enthalten neben FSH auch eine gewisse Menge an LH. Heutzutage können diese Hormone auch im Labor durch den Einsatz von biotechnologischen Verfahren (rekombinante DNA-Techniken) produziert werden. Auf diese Art und Weise ist eine Zelllinie in der Lage, hoch gereinigtes humanes follikelstimulierendes Hormon (FSH) zu produzieren. Da die Anwendung von LH nur in ganz wenigen Fällen erforderlich ist, brauchen die meisten Frauen nur gereinigtes FSH. Rekombinantes FSH ist reiner als aus Harn hergestellte Präparate, aufgrund des komplizierten Herstellungsprozesses sind diese Medikamente jedoch etwas teuerer als die aus Harn hergestellten Präparate. Ein zusätzlicher Vorteil dieser rekombinanten FSH-Präparate ist, dass diese Medikamente mithilfe eines sehr effizienten und patientenfreundlichen Injektionssystems angewendet werden können. Hierbei handelt es sich um eine Art angepassten Insulin-Stift, mit dem man die Dosierung abhängig von den Erfordernissen der Patientin in kleinen Schritten anwenden kann. Art der AnwendungGonadotropine werden als subkutane (d.h. unter die Haut) oder intramuskuläre (d.h. in einen Muskel) Injektionen verabreicht. Normalerweise wird denjenigen, die die Injektionen verabreichen müssen, in der Klinik selbst gezeigt, wie dies korrekt auszuführen ist. Mittlerweile sind anwenderfreundlichere Verabreichungsformen erhältlich, mit denen sich die Frau die Injektionen einfacher selbst verabreichen kann. Ein Beispiel hierfür ist die Verwendung eines modifizierten Insulin-Pens, der mit speziellen Patronen befüllt wird und bei dem die exakte Menge pro Injektion eingestellt werden kann. Die Injektionen erfolgen mindestens einmal täglich über einen Zeitraum von ungefähr ein bis zwei Wochen. Dies ist ein Unterschied zu der Behandlung mithilfe von Tabletten, bei der die Tabletten pro Zyklus über einen Zeitraum von fünf aufeinander folgenden Tagen eingenommen werden müssen. Die Dauer der Behandlung mithilfe von Gonadotropinen ist möglicherweise von Frau zu Frau unterschiedlich und hängt davon ab, wie schnell die Eibläschen heranreifen. Während dieser Behandlung sind wahrscheinlich ziemlich viele Arztbesuche notwendig. Eine sorgfältige Überwachung der Follikelentwicklung auf den Eierstöcken erfolgt mithilfe von Ultraschalluntersuchungen und bisweilen auch mithilfe von Blutuntersuchungen. Wenn die Eierstöcke nicht zu reagieren scheinen, kann der Arzt die Dosierung erhöhen. Abhängig vom Behandlungsziel können im Fall von Ovulationsinduktion die Paare angewiesen werden, am Tag der HCG-Injektion und während der nächsten zwei Tage einmal täglich Geschlechtsverkehr zu haben. Im Fall von IFV- und IUI-Behandlungen sind besondere Anweisungen zu befolgen. Wenn sich nach drei bis sechs Zyklen kein Erfolg zeigt, sind die nächsten Schritte im Zuge der Fruchtbarkeitsbehandlung assistierte Reproduktionstechniken wie beispielsweise IUI oder IVF/ICSI. NebenwirkungenEs ist zwischen Nebenwirkungen der Medikamente und den Risiken einer Behandlung, in Rahmen derer diese Medikamente eingesetzt werden, zu unterscheiden. Mögliche Nebenwirkungen der Medikamente:
Mögliche Nebenwirkungen der Medikamente:
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