IVF ist eine einschneidende Behandlung
Paare können eine IVF-Behandlung als belastend erfahren,
körperlich aufgrund der täglichen Injektionen, der Punktion und
möglicher Nebenwirkungen der Medikamente, praktisch aufgrund der
häufigen Klinikbesuche, aber auch psychisch.
Es ist eine spannende Zeit, in der Gefühle wie Angst und
Hoffnung eine große Rolle spielen. Der Stress und die Angst, die
Paare durchleben, wenn sie ihre Hoffnung auf IVF setzen, können sie
an ihre persönlichen Grenzen bringen. Ein bedeutsamer Unterschied
zu Ihren gegebenenfalls früheren (Fruchtbarkeits-)Behandlungen ist
ferner, dass mit Beginn einer IVF-/ICSI-Behandlung möglicherweise
die „Auflösung“ näher rückt, ob Sie gemeinsam eine Schwangerschaft
herbeiführen können oder nicht. Nach IVF/ICSI bleiben nämlich nur
wenige Behandlungsoptionen übrig.
Es ist wichtig, dass Sie im Hinterkopf behalten, dass sich stets
und zu jedem Zeitpunkt unerwartete Entwicklungen ergeben können.
Jedes Paar ist anders, und es ist nicht möglich, den Ausgang einer
Behandlung genau vorherzusagen. Ein Behandlungszyklus umfasst
mehrere aufeinander folgende Schritte. Erst wenn die eine Phase
erfolgreich durchlaufen wurde, kann die darauf folgende eintreten.
Zuerst müssen gut beschaffene reife Eibläschen heranwachsen,
anschließend müssen dann Eizellen im Labor gewonnen werden,
bewegliche Samenzellen müssen vorhanden sein und es muss eine
Befruchtung stattfinden. Erst dann kann ein Embryo in die
Gebärmutter transferiert werden und erst dann besteht die
Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft. Das erfolgreiche
Durchlaufen all dieser aufeinander folgenden Phasen ist somit von
wesentlicher Bedeutung für den Erfolg der Behandlung.
Es kann sinnvoll sein, bereits im Vorfeld festzulegen, wen Sie
in Ihrer direkten Umgebung von Ihrer Behandlung in Kenntnis setzen
und wen nicht. Auf diese Art und Weise vermeiden Sie hinterher
peinliche Fragen. Der Zeitraum nach dem Embryotransfer wird im
Allgemeinen als die schwerste Phase empfunden.
Falls Ihnen die Behandlung schwer fällt und falls Sie
fachkundige Unterstützung benötigen, ist es wichtig, dies aktiv
anzugehen. Sie sind nicht die einzige und es gibt spezielle
Einrichtungen, die Paaren mit Fruchtbarkeitsproblemen Unterstützung
anbieten.
Obgleich IVF die Beziehung und die Gefühle eines Paares auf die
Probe stellen kann, bietet sie den Partnern auch die Möglichkeit,
ihr Ziel, schwanger zu werden, zu erreichen. Paare, die sich
entschließen zu IVF überzugehen, müssen dies mit ganzem Herzen tun
sowie die Anweisungen der Klinik aufs Genaueste befolgen.
Bevor Paare mit der Behandlung beginnen, sollten sie sich
bestimmte Fragen stellen:
- Wissen wir, was uns erwartet?
- Wie viele Versuche wollen wir machen?
- Sind wir darauf vorbereitet, dass auch nach einem positiv
ausgefallenen Schwangerschaftstest noch das Risiko auf eine
Fehlgeburt besteht?
- Wissen wir, wie unsere Aussichten auf Erfolg sind?
Finanzielle Aspekte
IVF ist eine teure Behandlung, und keine Versicherngsleistung
für die gesetzlichen Krankenversicherungen
Seit 2000 gibt es jedoch in den meisten Fällen die Möglichkeit
einen Kostenzuschuß in der Höhe von 70% durch den IVF-Fonds zu
beantragen. Insgesamt werden 4 Versuche pro angestrebter
Schwangerschaft unterstützt. Es muß eine Indikation nachgewiesen
werden (Funktionsuntüchtigkeit der Eileiter oder Pathospermie oder
Endometriose oder PCOS) und es gibt es Alterslimit mit 40.
Geburtstag bei der Frau und 50. Geburtstag beim Mann. Der
Selbstbehalt beträgt inklusive Medikamentenkosten ca. € 800 .
1000.