MEDIKAMENTE - UND WAS SIE LEISTEN
Die Medikamente, die in der Kinderwunschbehandlung eingesetzt werden, haben alle eine gemeinsame Aufgabe: Sie steuern direkt oder indirekt die Funktion der Eierstöcke! Wie die verschiedenen Medikamente wirken, lesen Sie in diesem kurzen Überblick:

Clomifen

Clomifen ist ein oral verabreichter Arzneistoff für die milde Ovulationsinduktion (Auslösung des Eisprungs). Wenn eine Fruchtbarkeitsstörung durch eine seltene oder fehlende Ovulation verursacht wird, kann Clomifen als erste Fruchtbarkeitsbehandlung angewendet werden.

Humanes Menopausengonadotropin (hMG)

Dieses Hormon wird für die medikamentöse Behandlung aus dem Harn postmenopausaler Frauen gewonnen, da deren Harn einen hohen Gehalt an FSH (Follikelstimulierendes Hormon) aufweist. Es wird als humanes Menopausen-Gonadotropin oder hMG bezeichnet. Menopausen-Gonadotropine enthalten neben FSH auch eine gewisse Menge an LH (Luteinisierendes Hormon).

Follikelstimulierendes Hormon (FSH)

FSH ist das wichtigste Medikament bei einer Kinderwunschbehandlung. Es wird entweder aus dem Harn postmenopausaler Frauen gewonnen und hochgereinigt (uFSH) oder aber biotechnologisch (rekombinant – rFSH) hergestellt. Beide Hormone bewirken, genau wie das von der Hypophyse produzierte FSH, eine Stimulation der Eierstöcke und führen dadurch zu einer vermehrten Eizellreifung. Wie die Eierstöcke auf diese Hormone ansprechen, hängt von der Dosis ab und ist individuell verschieden.

Eine Weiterentwicklung stellt Corifollitropin alfa dar, welches nur mehr 1 x injiziert werden muss. Es ist genauso wirksam wie uFSH oder rFSH, hat jedoch eine deutlich länger anhaltende FSH-Aktivität und fördert über sieben Tage das Wachstum der Eibläschen.

GnRH-Antagonisten

GnRH-Antagonisten stehen in Österreich seit mehr als 10 Jahren für die Stimualtionsbehandlung zur Verfügung. GnRH-Antagonisten verhindern einen vorzeitigen LH-Anstieg und ermöglichen so, dass der Eisprung nach der Stimulation der Eierstöcke und der Eizellreifung auf den Tag genau ausgelöst werden kann. Das heißt, sie machen die Behandlung individuell steuerbar.

GnRH-Agonisten

Bevor GnRH-Antagonisten zur Verfügung standen, wurden ausschließlich GnRH-Agonisten zur Hypophysenregulation in der Sterilitätsbehandlung eingesetzt – ebenfalls um einen vorzeitigen Eisprung zu verhindern. Es wird so ermöglicht, den Eisprung auf den Tag genau auszulösen. Wirkmechanismusbedingt dauert die Behandlung mit GnRH-Agonisten länger als die mit GnRH-Antagonisten.

Humanes Choriongonadotropin (hCG)

Humanes Choriongonadotropin (hCG) ist das Schwangerschaftshormon – das Haupthormon des Mutterkuchens. Bei der Kinderwunschbehandlung wird es an anderer Stelle eingesetzt, und zwar zum Auslösen des Eisprungs und zur Unterstützung der Gelbkörperphase.

Da sich die chemische Struktur des hCG nur sehr unwesentlich von der des LH unterscheidet, kann die Gabe von 5.000–10.000 Einheiten hCG bei großen Follikeln den natürlichen Anstieg des LH nachahmen und somit den Eisprung auslösen. Ca. 36–40 Stunden nach der hCG-Spritze ist der Eisprung zu erwarten.

Progesteron

Progesteron ist das Haupthormon des Gelbkörpers. Es bereitet die Gebärmutterschleimhaut auf das Einnisten des Embryos vor. Zusätzlich beeinflusst es das Immunsystem.

Bewährt hat sich die vaginale Anwendung – so kann der Wirkstoff optimal aufgenommen werden.

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