DIE KINDERWUNSCHBEHANDLUNG

Förderung der Eizellreifung

FÖRDERUNG DER EIZELLREIFUNG (OVARIELLE STIMULATION)

Grundsätzlich lässt sich die Kinderwunschbehandlung natürlich auch auf Basis eines Spontanzyklus durchführen. Dennoch ist die hormonelle Stimulation von Follikel und Eizellreifung sinnvoll. Warum? In einem natürlichen Zyklus reift normalerweise nur eine Eizelle heran. Dies bedeutet eine relativ geringe Chance für den Embryotransfer und eine Schwangerschaft. Durch die Stimulation erhöhen sich die Chancen, weil mehrere Follikel zum Wachstum angeregt werden mit dem Ziel, auch mehrere Eizellen zu gewinnen.

IM WESENTLICHEN KOMMEN FOLGENDE STIMULATIONEN ZUR ANWENDUNG:

  • uFSH / rFSH oder hMG-Injektionen, z. B. ab dem 2. oder 3. Zyklustag
  • Kombination der uFSH / rFSH oder hMG-Stimulation mit einem GnRH-Agonisten. Der Beginn der GnRH-Agonistengabe liegt entweder bereits in der zweiten Hälfte des Vorzyklus (langes Protokoll) oder auch ungefähr gleichzeitig mit der FSH/hMG Gabe (kurzes Protokoll).
  • Kombination der uFSH / rFSH oder hMG-Stimulation mit einem GnRH-Antagonisten. Dieser wird erst nach Beginn der Follikelstimulation (etwa ab dem 5. oder 6. Stimulationstag) gegeben (Antagonisten-Protokoll).
  • Kombination von Corifollitropin alfa mit einem GnRH-Antagonisten. Dieser wird ab dem 5. oder 6. Stimulationstag verabreicht. Gegebenenfalls ist eine Weiterbehandlung mit uFSH / rFSH erforderlich.

Kontrolle der Eizellenreifung

KONTROLLE DER EIZELLENREIFUNG

Per Ultraschall wird zu Beginn der Behandlung untersucht, ob Eierstöcke und Gebärmutter für die nachfolgende Stimulationsbehandlung bereit sind. Die heranwachsenden Follikel werden während der Stimulationsbehandlung per Ultraschall kontrolliert.

Wenn nötig, werden die Hormonspiegel [Estradiol (E2), eventuell LH und Progesteron] im Blut gemessen. Auf diese Weise wird der günstigste Zeitpunkt zur Auslösung des Eisprungs und zur Gewinnung reifer, befruchtungsfähiger Eizellen bestimmt.

Auslösen des Eisprungs

AUSLÖSEN DES EISPRUNGS

Der Eisprung wird durch eine hCG-Injektion ausgelöst, sobald Hormon- und Ultraschalluntersuchungen eine ausreichende Reifung der Follikel zeigen. Die Follikel werden nach ca. 36 Stunden (Punktion) entnommen. Sollte es zu Störungen welcher Art auch immer kommen, wird die Behandlung abgebrochen. Dies geschieht zu Ihrer Sicherheit.

Ultraschallpunktion

OPERATIVER EINGRIFF ZUR EIZELLGEWINNUNG (ULTRASCHALLPUNKTION)

Die Follikel werden mithilfe der Ultraschalltechnik punktiert. Um Ihnen diesen Eingriff zu erleichtern, wird er unter einer kurzen, leichten Narkose durchgeführt. Der Eingriff wird ambulant durchgeführt. 24 Stunden später können Sie in der Regel wieder nach Hause.

Samengewinnung- und Aufbereitung

SAMENGEWINNUNG UND -AUFBEREITUNG

Samengewinnung – das sagt sich so leicht, und ist doch oft alles andere als einfach. Nur zu verständlich, wenn Ihnen dieser Schritt Kopfzerbrechen macht. Sprechen Sie das Thema einfach offen an. Sie allein entscheiden, wo Sie masturbieren wollen, ob zu Hause, ungestört in einem Raum des Kinderwunschzentrums oder im Hotelzimmer. Wichtig ist allerdings, dass Ihr Samen nach der Gewinnung möglichst bald und möglichst keimfrei dem Labor vorliegt.

 

Die beweglichen Samenzellen werden durch spezielle Aufbereitungsmethoden konzentriert (z. B. Swimup-Methode) und von Prostatasekret befreit. Bei besonders eingeschränkten Spermabefunden sind andere Aufbereitungsverfahren und natürlich ICSI möglich.

Befruchtung der Eizellen

BEFRUCHTUNG DER GEWONNENEN EIZELLEN UND HERANWACHSEN DER EMBRYONEN

Das bis zu 4 Stunden nach der Eizellgewinnung für die IVF-Behandlung gewonnene Sperma wird im Labor vorbereitet. Die beweglichen Spermien werden nach 2–6 Stunden zu den Eizellen in die Kulturflüssigkeit gegeben.

 

Ei- und Samenzellen verbleiben ungefähr 24 Stunden in einem Wärmeschrank bei 37°C. Nach dieser Zeit wird geprüft, ob es zu einer Befruchtung gekommen ist (Imprägnation). Wenn ja, kann die Übertragung des Embryos in die Gebärmutterhöhle nach weiteren 24–96 Stunden vorgenommen werden. Variationen dieser Zeitachse sind nach Ihren besonderen individuellen Gegebenheiten möglich.

 

Die ICSI-Methode entspricht in allen Schritten dem IVF-Verfahren – mit Ausnahme der Befruchtung: Beim ICSI-Verfahren wird eine einzige Samenzelle mit Hilfe eines Mikromanipulators aus den aufbereiteten Samenzellen „eingefangen“ und mit Hilfe einer extrem feinen Nadel direkt ins Innere der Eizelle injiziert. Durch diese direkte Zusammenführung von Eizelle und Samenzelle ist die Wahrscheinlichkeit einer Befruchtung sehr groß.

Übertragung des Embryos

ÜBERTRAGUNG DES EMBRYOS BZW. DER EMBRYONEN

Ist im Kulturmedium mindestens ein vitaler Embryo herangereift, wird dieser in einem dünnen, biegsamen Katheter mit einer winzigen Menge Kulturmedium aufgezogen und in die Gebärmutterhöhle übertragen. Diese Übertragung ist im Allgemeinen schmerzlos. In einigen Fällen kann es notwendig sein, die Gebärmutter durch Fassen mit einem Instrument zu strecken, um auf diese Weise den Transferkatheter besser einführen zu können.

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