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Wahrscheinlichkeit einer Mehrlingsschwangerschaft

Fruchtbarkeitsbehandlungen werden durchgeführt, um die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Schwangerschaft zu erhöhen. In Deutschland ist man jedoch bei den Fruchtbarkeitsbehandlungen auch darauf bedacht, die Anzahl an Mehrlingsschwangerschaften einzudämmen. Es ist und bleibt jedoch ein schwieriges Dilemma, ein sicheres Gleichgewicht zwischen der Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft auf der einen Seite und dem Risiko auf eine Mehrlingsschwangerschaft auf der anderen Seite zu finden.

Der Hauptgrund für den Versuch, die Anzahl an Mehrlingsschwangerschaften (mehr als zwei Embryonen) so niedrig wie möglich zu halten, ist die Tatsache, dass diese Mehrlingsschwangerschaften ein höheres gesundheitliches Risiko sowohl für die schwangere Frau als auch für die Babys bedeuten. Die Wahrscheinlichkeit einer Frühgeburt oder eines niedrigen Geburtsgewichtes ist beispielsweise bei einer Mehrlingsschwangerschaft im Vergleich zu einer Einlingsschwangerschaft deutlich erhöht, wodurch die Wahrscheinlichkeit von Komplikationen und Behinderungen seitens des Kindes ebenfalls erhöht sind. Diese Behinderungen können von neurologischen Erkrankungen bis zu Anomalien reichen, die die Lebensqualität für das Kind und auch für die Eltern in Frage stellen können. Da Paare sich einer Fruchtbarkeitsbehandlung mit dem Ziel, ein gesundes Kind bzw. gesunde Kinder zur Welt zu bringen, unterziehen, wäre es kontraproduktiv und nicht vertretbar, diese hohen Risiken bei der Behandlung in Kauf zu nehmen.

Die erhöhte Wahrscheinlichkeit von Mehrlingen im Fall von Fruchtbarkeitsbehandlungen bezieht sich auf die Wahrscheinlichkeit von zweieiigen bzw. mehreiigen Zwillingen bzw. Mehrlingen. Darüber hinaus besteht, genau wie bei jedem anderen Paar auch, ebenfalls noch die natürliche Wahrscheinlichkeit von eineiigen Zwillingen.

Die Wahrscheinlichkeit einer Mehrlingsschwangerschaft im Fall von Fruchtbarkeitsbehandlungen hängt unter anderem von der Art der Behandlung und Ihren persönlichen Entscheidungen ab.

Ovarielle Hyperstimulation

Im Fall von Behandlungen, bei denen Medikamente eingesetzt werden, um mehrere Eizellen heranreifen zu lassen, ist die Wahrscheinlichkeit einer Mehrlingsschwangerschaft höher als in der natürlichen Situation. Aus diesem Grund werden bei den Frauen während der Behandlung regelmäßig Kontrolluntersuchungen durchgeführt. Wenn die Eierstöcke zu stark reagieren und zu viele Eizellen heranreifen, muss die Behandlung möglicherweise abgebrochen werden, und die betreffende Frau darf dann in diesem Monat aufgrund des Risikos auf einer Mehrlingsschwangerschaft nicht mehr schwanger werden. Die medizinisch noch vertretbare maximale Anzahl an Follikeln, ist nicht genau festgelegt, sondern hängt vielmehr unter anderem von der Art der Behandlung und der Ursache für das Fruchtbarkeitsproblem ab. Dies wird mit dem Paar besprochen werden. Im Fall einer milden Hyperstimulation liegt diese Anzahl in den meisten Fällen bei zwei oder maximal drei Follikeln. Die Wahrscheinlichkeit einer Zwillings- oder bisweilen sogar Drillingsschwangerschaft wird hierdurch fast zu einem einkalkulierten Risiko. Es ist bei diesen Behandlungen jedoch schwierig, die Anzahl an Befruchtungen, und hiermit die Wahrscheinlichkeit einer Mehrlingsschwangerschaft, zu beschränken.

IVF- und ICSI-Behandlung

Im Fall von IVF-Behandlungen ist das Risiko auf Mehrlingsschwangerschaften prinzipiell etwas besser in den Griff zu bekommen, da dies hierbei nur noch von der Anzahl an in die Gebärmutter transferierten Embryonen abhängig ist.. Im Fall eines Transfers von zwei bis drei Embryonen liegt das Risiko auf eine Zwillingsschwangerschaft bei ungefähr 25 %. Darüber hinaus besteht ein äußerst geringes Risiko auf eine Vierlingsschwangerschaft (da einer der Embryonen sich spontan in einen eineiigen Zwilling teilen kann; die Wahrscheinlichkeit, dass mehrere Embryonen sich teilen, ist vernachlässigbar gering).

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